IG Arheilger Bürger

APo 1.2.2007

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Bürger bauen den Supermarkt
Start APo Dez.06
Bürgerinfo Sept.06
Einwendungen Juni 2004
Offenlegung Mai Juni 2004
Planungsbeirat Ergebnisse
Umbau beschlossen
APo 6.3.2002 StrabaBau
APo 1.2.2007

Bericht in der Arheilger Post am 1.2.2007

Geschäftszentrum Arheilgen: Anforderungen an den Investorenwettbewerb

Nach Wegfall der Gleisschleife soll auf den freien Flächen zwischen Löwen, Hofgasse und HEAG-Halle ein neues Einkaufszentrum entstehen. Da für dieses Einkaufszentrum ein Investorenwettbewerb durchgeführt werden soll, bedarf es entsprechender Ziele zur Stadtentwicklung und Nutzung als Vorgaben für die Wettbewerbsauslobung. Die IGAB-Vorstandsmitglieder Martin Geiling, Wolfgang Hertling, Wilhelm Kins, Hartwig Richter und Gerhard Schäfer haben daher in den letzten Wochen in Zusammenarbeit mit dem Planungsbüro Susanne und Karsten Bliesener die nachstehenden Vorstellungen entwickelt, die auch mit Vorstandsmitgliedern des Arheilger Gewerbevereins diskutiert wurden und seitens der IGAB in die Beratungen des Planungsbeirats am 29. Januar eingebracht wurden.

Städtebauliche Vorgaben

Planungen im Areal um den Löwen müssen nicht nur den wichtigen stadtbildprägenden Charakter des Ensembles mit Löwen, HEAG-Hallen und HEAG-Häuschen beachten, sondern auch zur Weiterentwicklung dieses Areals als Arheilger Ortszentrum beitragen. Die Frankfurter Landstraße, die bisher den Zentrumsbereich stark trennte, soll nach Umgestaltung Bestandteil eines Platzes werden, der die Bauten und Funktionen rund um den Löwen, an der Ettesterstraße und an der Reitbahn auf kurzem Wege verbindet. Da in diesem Umfeld Gestaltungsraum für weitere Zentrumsfunktionen bestehen und auch für den City-Supermarkt eine sinnvolle Anschlussnutzung gefunden werden muss, ist es erforderlich, dass die Wettbewerbsteilnehmer nachweisen, dass sie sich mit dieser Nachbarschaftsbeziehung ernsthaft auseinandergesetzt haben und ihr Vorhaben als integralen Bestandteil der Zentrumsentwicklung ansehen. Dies erfordert als Wettbewerbsteilleistung konzeptionelle Nutzungs- und Bauvorstellungen für das Gesamtareal unter Einbeziehung der HEAG-Hallen, des HEAG-Häuschens, des Kiosks und des Ladenzentrums an der Ettesterstraße, die in Form einer städtebaulichen Rahmenplanung im Maßstab 1:500 nachzuweisen sind.

Vorgaben zum Bedarf und zur Nutzung

Mit den bestehenden größeren Lebensmittelläden (City-Supermarkt, Aldi und Rewe) und zahlreichen kleineren Fachgeschäften und Hofläden verfügt die Arheilger Bevölkerung bereits heute über ein recht gutes Angebot für den täglichen Bedarf. Diese Läden sind aber teilweise zu klein und es mangelt daher in der Arheilger Ortslage an einem breiteren Angebot in den einzelnen Sortimenten und hochwertigeren Lebens- und Genussmitteln. Eine Erweiterung des Angebotes ist jedoch nur sinnvoll, wenn die Existenz der kleineren, meist inhabergeführten und unverwechselbaren Läden nicht gefährdet wird. Darauf hatte das Büro Agenda aus Lörrach in dem „Einzelhandelskonzept für den Stadtteil Arheilgen“ ausdrücklich hingewiesen und es ist sicher angebracht, dieses Büro bei der Ausschreibung des Investorenwettbewerbs zu beteiligen.
Wichtig ist, dass das an der Hofgasse geplanten Einkaufszentrum das örtliche Angebot ergänzt und qualifiziert z.B. mit einem breiten Sortiment und Produkten für den täglichen Bedarf an Lebensmitteln (90%), aber auch an Haushaltswaren und Hygieneartikeln. Damit sollte ein Einkauf über den Tagesbedarf hinaus auch mit dem Auto ermöglicht werden, um zusätzlich örtliche Käuferschichten zu binden, die bisher Märkte in der Innenstadt oder im Umland aufsuchten. Als Gesamtnutzfläche einschließlich Lager sollten für den sogenannten Vollversorger 1.800 qm ausreichen. So möglich sollten weitere kleine Fachgeschäfte (Shop in Shop) in das Zentrum integriert werden. Im Obergeschoss sollten sodann Büros, Praxen und in Ergänzung zum Angebot im Löwen weitere Räume für bürgerschaftliche Nutzung sowie ggf. in einem weiteren Obergeschoss auch Wohnungen vorgesehen werden.

Vorgaben zur Verkehrserschließung

Die Erschließung des Areals hinter dem Löwen für den Auto- und Zulieferverkehr sollte wie bisher über die Hofgasse erfolgen mit Zufahrt zur Laderampe, zum oberirdischen Parkplatz und zur Tiefgarage. Die Zone zwischen dem Löwen und dem Einkaufszentrum sollte ausschließlich Fußgängern vorbehalten sein und hier sollte sinnvoller Weise auch der Zugang
zum Ladenzentrum liegen. Zentrales Problem im Arheilger Kernbereich ist bereits heute das unzureichende Angebot an Stellplätzen im Nahbereich der Geschäfte und der Arbeitsplätze. Notwendig ist daher auch eine Konzeption für die Schaffung von neuem und für die Nutzung von bestehendem Parkraum sowohl für Langzeitparker als auch für Kurzzeitparker. Den Besuchern des neuen Einkaufszentrums und der umliegenden Geschäfte, Banken und Praxen sollten die Parkplätze zur ebenen Erde vorbehalten sein und an der Unteren Mühlstraße sind zudem Behindertenparkplätze vorzusehen. Die im Areal Beschäftigten sollten hingegen die gebührenpflichtigen Parkplätze in der geplanten Tiefgarage nutzen.

Vorgaben zum Bauwerk und dessen baulicher Gestaltung

Die Dimensionierung des hinter dem Löwen geplanten Bauwerks muss angepasst an ortsübliche Strukturen entwickelt werden. Der Baukörper sollte unter Beachtung der Mindestabstände zur Hofgasse verschoben sein, zum Löwen hin sollte hingegen ein möglichst großer Abstand eingehalten werden, um diesen Bereich mit dem heutigen Biergarten auch weiterhin als öffentlichen Begegnungsraum ggf. mit kleinerem gastronomischem Angebot zu nutzen. Hier sollte auch der Eingang zum Vollversorger liegen, gut erreichbar sowohl von der Unteren Mühlstraße als auch vom Parkplatz im Hintergelände. Zur Unteren Mühlstraße hin sollte der Baukörper etwas zurückweichen, um auch hier mehr Platz zum Aufenthalt im Straßenraum zu geben. Entlang dieser Front sind kleinere Läden in Ergänzung des Angebotes im Umfeld vorstellbar wie z.B. ein Blumenladen, ein Stehcafe.
In Anpassung an die Umgebung ist unbedingt ein zwei- bis dreigeschossiger Bau zu planen, mit einem geschlossenen, jedoch mit transparenter Außenhaut versehenen Erdgeschoss. Das Obergeschoss sollte in Einzelbaukörpern untergliedert sein (vorbildlich in dieser Hinsicht der Bebauungsvorschlag des Planungsbüros Werkstadt) und die Dachgestaltung sollte gut mit den Dachformen der Nachbarbebauung korrespondieren.

Vorgaben zur Gestaltung der Freiflächen

Gestaltungsvorschläge für das Umfeld des Einkaufszentrums sollten zur angestrebten gestalterischen Aufwertung des Ortszentrums rings um den Löwen beitragen. Dabei sollte auch hier die Verwendung von Naturstein für die Oberflächengestaltung vorgesehen werden entsprechend der von dem Planungsbüro Werkstadt vorgesehenen Gestaltungskonzeption für das Areal rings um Löwen. So möglich sind weitere Standorte für Bäume vorzuschlagen, jedoch nicht auf dem Parkplatz hinter dem Einkaufszentrum, damit dieser Platz mehrmals im Jahr für Festveranstaltungen genutzt werden kann.

Vorgaben zur Realisierung

Der Ideenwettbewerb für das neue Einkaufszentrum sollte nach den Regeln der GRW 1995 für Investorenwettbewerbe durchgeführt und es sollten nur gleichberechtigte Arbeitsgemeinschaften von Investoren und Architekten zugelassen werden. Auch sollte geprüft werden inwieweit durch die Inanspruchnahme von Sanierungsmitteln oder anderen Fördermitteln des Landes und des Bundes ggf. unrentierliche Aufwendungen im Zusammenhang mit diesem Vorhaben bezuschusst werden können.
Eine zügige Realisierung des Einkaufszentrums ist insbesondere im Hinblick auf die drohende Schließung des City-Supermarktes zum Ende dieses Jahrzehnts und die nachteiligen Folgen der Baumaßnahmen längs der Frankfurter Landstraße für die Arheilger Geschäftswelt, die Anwohner der Straße und der angrenzenden Wohngebiete geboten. Auf eine Wiederinanspruchnahme der Gleisschleife an der Hofgasse nach Abschluss des ersten Bauabschnitts könnte ggf. verzichtet werden, wenn möglichst bald der zweite Bauabschnitt gestartet würde. Mit einer baldigen Ausschreibung des Investorenwettbewerbs , einem Baubeginn des Einkaufszentrums im 2. Halbjahr 2008 und dessen Eröffnung 2009 wäre dann nahezu zeitgleich auch die Umgestaltung der Frankfurter Landstraße abgeschlossen.
 


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