IG Arheilger Bürger

Bürger bauen den Supermarkt

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Bürger bauen den Supermarkt
Start APo Dez.06
Bürgerinfo Sept.06
Einwendungen Juni 2004
Offenlegung Mai Juni 2004
Planungsbeirat Ergebnisse
Umbau beschlossen
APo 6.3.2002 StrabaBau
APo 1.2.2007

Bericht im Darmstädter Echo am 28.4.2007

Bürger bauen den Supermarkt

Stadtteilentwicklung: Bei der Planungswerkstatt im „Goldenen Löwen“ sind Arheilger als Ideengeber für die Zentrumsgestaltung gefragt – „Ich bin gespannt, was dabei herauskommt“

Gerhard Schäfer greift beherzt zum Stift. „Also, bau’n wir das Ding doch mal so“, sagt der Mann von der Interessensgemeinschaft Arheilger Bürger und zeichnet ein rotes Quadrat auf den Plan. Was wäre, wenn man die bestehende Heag-Halle in den geplanten Supermarkt integriert? „Wir brauchen das Doppelte an Fläche“, wirft jemand ein, nachdem Schäfer noch mehr rote Striche auf den Plan gemalt hat. „Jaja, ich bin ja dabei.“
Dass es eine knifflige Angelegenheit ist, einen Supermarkt auf eine begrenzte Fläche zu setzen, lernten rund zwanzig Arheilger am Freitagnachmittag bei der Bürgerwerkstatt im „Goldenen Löwen“. Der Planungsbeirat zur Neugestaltung der Frankfurter Landstraße und des Arheilger Zentrums richtete die mehrstündige Veranstaltung aus. „Wir wollen diejenigen einbinden, die damit leben müssen“, befand Baudezernent Dieter Wenzel einleitend. Schon seit einigen Jahren leisteten Planungswerkstätten „gute Arbeit bei der Entwicklung von Ideen“.

Auf den Tischen für die einzelnen Gruppen sind jede Menge Pläne ausgebreitet, daneben je eine Kiste mit Stiften, Kleber und kleinen Bauklötzen in den Varianten 50 oder 100 Quadratmeter. Sie können in dem Modell des Platzes zu einem Markt zusammengeklebt werden. „Ein Vollversorger bräuchte 1700 Quadratmeter Fläche“, erläutert Werner Hochrein vom Architekturbüro „Werkstadt“, der die Veranstaltung für die Stadt koordiniert. „Ein Discounter braucht nur 1100.“

Doch letztere Variante kommt für die Arheilger Vertreter eher nicht in Frage. „Wir wollen einen Vollversorger, der nicht preisaggressiv ist“, befindet Bernd Wiegmann, als Vorsitzender des Gewerbevereins an der Planungswerkstatt beteiligt. „Auch wollen wir gucken, inwiefern wir Einfluss auf das Sortiment nehmen können.“ Der bestehende Einzelhandel im Stadtteil mit seinen 16 600 Einwohnern soll durch den neuen Markt auf dem von Heag-Halle und Goldenen Löwen gesäumten Grundstück an der Hofgasse keinen Schaden nehmen.

„Wir wollen da keinen flachen Lidl oder Aldi“, betont auch Bürger Schäfer. „Der Platz ist ein äußerst sensibler Bereich, er ist das Herzstück der Entwicklung dieses Orts.“ Der Supermarkt müsse in die Umgebung passen. An die von Architekt Hochrein vorgestellte Idee, den Markt mit der Stirnseite an die Untere Mühlstraße zu bauen, will er nicht anknüpfen. „Es geht hier ja auch um Alternativen“, sagt er. „Und zu verstehen, warum diese vielleicht nicht machbar sind.“

Mit Hilfe von Vertretern der Stadt sind die Bürger in diesen Prozess mittlerweile aktiv eingestiegen. Die alte Heag-Halle an der Frankfurter Landstraße in den neuen Markt integrieren? „Einen Anbau müsste man mit einem gewissen Abstand machen“, wirft der Mann von der Denkmalpflege ein. „Und wenn man dazwischen so eine gläserne Fuge machen würde?“, gibt die Frau vom Grünflächenamt zu bedenken? Kurz darauf malt Gerhard Schäfer eine solche in den Plan – der Supermarkt der Bürger wächst weiter.

In der Realität dauert das freilich länger. Dieter Wenzel zufolge soll es Ende des Jahres ein sogenanntes „konkurrierendes Gutachter-Verfahren“ mit Investoren und Architekten geben, um eine städtebaulich verträgliche und realisierbare Lösung zu entwickeln.

Die Ergebnisse und Ideen der Bürgerwerkstatt sollen in den Planungsprozess einfließen. „Ich finde das sehr gut“, sagt Gerhard Schäfer. „Und bin gespannt, was dabei herauskommt.“

Alexandra Welsch
28.4.2007

 


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