IG Arheilger Bürger

Presse 27.2.06

Home Nach oben Inhalt Neu Mitglieder Archiv IGAB-Themen Links Mitglied werden Downloads


Nach oben
Neue Klage APo 27.2.08
Einwendung APo 3.5.07
Presse 27.2.06
Förderkreis FLK
Fluglärmbelastung
Raumordn.Verfahren

Flughafenausbau
Darmstadt gehört zu den Verlierern

1. Erörterungstermin - Vor- und Nachteile sind ungleich verteilt

Mitglieder des Förderkreises „Fluglärmklage“ nehmen seit September am Erörterungstermin zum Flughafenausbau in Offenbach aktiv teil. Dabei wird immer wieder deutlich, dass Vor- und Nachteile sehr ungleich verteilt sind. Die Vorteile genießt fast ausschließlich Fraport, die Nachteile müssen die umliegenden Kommunen (außer Frankfurt) und die im Umfeld der Flugrouten wohnenden Bürger tragen. Die in der Vergangenheit kontinuierlich gestiegene Verlärmung der nördlichen Darmstädter Stadtteile hat schon dazu geführt, dass hier keine neuen Baugebiete mehr ausgewiesen werden können, da gesundes Wohnen nicht mehr möglich ist. Der Rückgang des Fluglärms in letzter Zeit beruht auf den ungewöhnlich lang andauernden Ostwetterlagen, bei denen die Flugzeuge nur eingeschränkt die Startbahn West benutzen.

2. Nachtflugverbot - Konsequenzen ?

Im Fall eines Ausbaus wird tagsüber der Lärm so zunehmen, dass er weit über der Zulässigkeit für Verkehrslärm in Wohngebieten liegt (bei Fluglärm gibt es aber keine entsprechenden Gesetze). Eine Nachtflugbeschränkung, die keineswegs sicher ist, soll laut Antrag für 23 bis 5 Uhr gelten, so dass in den restlichen zwei Nachtstunden Flugverkehr ohne Limit stattfinden soll. Verteilen sich heute durchschnittlich 15 Flüge auf die Zeit von 22-1 Uhr, sollen es nach Ausbau 22 Flüge von 22-23 Uhr sein. Der Darmstädter Norden mit seinen hochwertigen Wohn- und Naherholungsgebieten liegt unter der am meisten genutzten Abflugroute und damit nur wegen des Fluglärms in einer Nachteilszone. Die Bewohner haben die gesundheitliche Beeinträchtigung, erhebliche Belästigungen und den Wertverlust ihrer Immobilien zu verkraften.

3. Rund 4 Mrd. EUR zahlt der Steuerzahler dazu

Erhöhtes Sicherheitsrisiko durch die Nordwestbahn, Naturzerstörung, Grundwasserbelastungen etc. — Fraport kennt die vielfältigen Nachteile für die Region. Um davon abzulenken, wird wirtschaftliches Wachstum und das gigantisches Ausmaß von 100 000 Arbeitsplätzen versprochen. Die Landesregierung hat sich schnell dieses Argument zu eigen gemacht. Selbst die internationale Interessenvertretung der Flughäfen lehnt eine solche Prognose ab. Inzwischen hat auch Fraport die Zahl weit nach unten korrigiert. Verschiedene Wirtschaftsgutachten kommen zu ganz anderen Aussagen: In der Region würden aufgrund des Ausbaus auch viele qualifizierte Arbeitsplätze wegfallen (ca. 1000 allein bei Ticona) zu Gunsten von Niedriglohn-Jobs am Flughafen. Kommunen haben geringere Steuereinnahmen. Die Bürger müssen für die Investitionen aufkommen, die von Fraport nicht getragen werden (rd. 4 Mrd.). Durch die Ansiedlung von Büros, Gewerbe und Einzelhandel am Flughafen wird die Konkurrenz für die umliegenden Gemeinden zunehmen mit entsprechenden Folgen. Schon heute verdient Fraport mehr in diesem Bereich als mit dem Flugverkehr.

4. Kaufkraft wächst unterdurchschnittlich in Flughafennähe

1994 wurden 375.000 Flüge in Frankfurt abgefertigt. 2002 waren es 465.400. Die Kaufkraft-Entwicklung von 1994-2002 war aber in Hessen trotz des steigenden Flugverkehrs unter-durchschnittlich zu Gesamtdeutschland. Noch niedriger war sie in Frankfurt, Wiesbaden, Darmstadt, Offenbach und Hochtaunus. Die Wirtschaftskraft wächst nicht automatisch mit den Luftverkehrsanbindungen! Seit 1998 liegen die Rationalisierungserfolge am Flughafen bei 30%.

5. Umsteigeverkehr bringt der Region keinen Gewinn

Der Ausbau ist nicht für die Menschen, die in der Region leben und arbeiten, nötig. Vielmehr geht es Fraport und den Airlines darum, mit dem Wachstum des Umsteigerverkehrs Geld zu verdienen.

6. Eine gerechte Bilanz am Ende des Verfahrens ???

Die Hoffnung, dass die Planfeststellungsbehörde in Wiesbaden eine gerechte Bilanz zwischen den Nachteilen und dem Nutzen zieht, ist im Verlauf des Erörterungstermins allerdings erschüttert worden.
 


Copyright@2012 by IGAB   Letzte Änderung am 26 Januar 2012 . Danke für Ihre Anregungen