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IGAB prüfte O30 O33

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IGAB prüfte O30 O33
Unfall Feb.2009
Merck Anlage O30
Merck Bürgergespräch 2007
Merck lädt ein
Seveso Richtlinie
Unfall Feb.2008
AP 25.1.07
AP 28.2.07 IGAB steigt aus
Brand 20.20.1999

APo Artikel 11.02.2009:

IGAB hat neues Vorhaben der Firma Merck geprüft

Die Firma Merck hat beim Regierungspräsidium Darmstadt die immissionsrechtliche Genehmigung zur Errichtung einer Anlage zur Herstellung ionischer Festkörper im neuen Gebäude O30 mit dem dazugehörigen Tanklager O33 und den Betrieb mit einer Gesamtkapazität von 10.000 Tonnen pro Jahr beantragt. Auf die Offenlage der Antragsunterlagen vom 1. bis zum 31. Dezember beim Regierungspräsidium und in der Merck-Eingangspyramide und die Möglichkeit, Einwendungen bis zum 14. Januar 2009 zu erheben, hatte die IGAB in der Arheilger Post vom 11. Dezember 2008 hingewiesen.

Gleich zu Beginn der Offenlage haben sich Vorstandsmitglieder der IGAB die bei Merck liegenden drei Aktenordner angesehen und festgestellt, dass das Vorhaben unter dem Aspekt der sogenannten Seveso-Richtlinie für die Arheilger Nachbarschaft von besonderer Bedeutung ist. Um sicher zu stellen, dass alle Gesichtspunkte des Umweltschutzes und der Sicherheit beachtet und negative Auswirkung auf die Wohngebiete im Arheilger Süden völlig ausgeschlossen sind, hat der IGAB-Vorstand beschlossen, einen Fachmann mit der Überprüfung der Antragsunterlagen zu beauftragen und die entsprechenden Mittel zur Verfügung gestellt.

Die Schwierigkeiten, mit denen die IGAB bei der Beschaffung der Antragsunterlagen für das beauftragte Ingenieurbüro für Umweltschutztechnik zu kämpfen hatte und die Prüfungsergebnisse des Umweltingenieurs wurden in einer zwölfseitigen Einwendung zusammengefasst und von mehreren Anwohnern im Arheilger Süden, die zudem ihre persönliche Betroffenheit als Merck-Nachbarn deutlich machten, fristgerecht dem Regierungspräsidium zugeleitet. Diese Einwendungen waren dann auch zentrales Thema des Erörterungstermins beim Regierungspräsidium am 3. Februar in Anwesenheit mehrerer Mitarbeiter der Firma Merck, den von Merck beauftragten Gutachtern und den zuständigen Fachleuten des Regierungspräsidiums.

Der Erörterungstermin dauerte fast fünf Stunden. Seitens der IGAB nahmen die Vorstandsmitglieder Wilhelm Kins, Dr. Hartwig Richter, Gerhard Schäfer sowie Susanne und Karsten Bliesener teil. Hauptsächlich hat der von der IGAB beauftragte Gutachter die Einwendungen konkretisiert und begründet. Im Hinblick auf künftige Verfahren konnte die IGAB erreichen, dass in der Weihnachtszeit möglichst keine Offenlagen mehr stattfinden, die Möglichkeit einer zusätzlichen Offenlage bei der Arheilger Bezirksverwaltung geprüft wird, und es möglich ist, Kopien aus den Antragsunterlagen zu erhalten. Das Recht auf Kopien, das seitens Merck im Dezember zunächst bestritten, vom Regierungspräsidium auf Nachfrage seitens der IGAB aber dann eingeräumt wurde, gilt nun auch für die Zukunft.

Bei den Umweltthemen wurden besonders die Maßnahmen zur Altlastensanierung, Abwasserbehandlung und Abluftreinigung hinterfragt und zahlreiche Anträge bezüglich weiterer Prüfung seitens des Regierungspräsidiums gestellt. Auch die möglichen Lärmauswirkungen waren ein Thema. Schwerpunkte der Erörterung waren sodann die Themen Anlagensicherheit und Brand- und Explosionsschutz. Seitens der IGAB wurde dabei u.a. moniert, dass im Hinblick auf die mit Merck-Vorhaben verbundene Seveso-Problematik und den anstehenden Bebauungsplan A39 die Darmstädter Bauverwaltung beim Erörterungstermin nicht vertreten war. Link: Seveso II - Richtlinie

Als Ergebnis der Prüfung der Antragsunterlagen und des Erörterungstermins ist festzuhalten, dass die geplante Anlage und das dazugehörige Tanklager nicht dazu führen, dass bei potentiellen Störfällen private Grundstücke außerhalb des Betriebsgeländes in Mitleidenschaft gezogen werden. Da die Anlage mitten im Betriebsgelände entstehen soll, verbleiben im Störfall die maximalen Ausbreitungsbereiche kritischer Stoffe innerhalb des Merck-Geländes. Die Fehler der Vergangenheit, Anlagen und Lager mit großen Mengen gefährlicher Stoffe im Betriebsgelände so zu positionieren, dass im Störfall erhebliche Auswirkungen auf die Nachbarschaft zu befürchten sind, werden nicht fortgesetzt. Das sicherzustellen war ein Hauptanliegen der IGAB.

Nur für Mitglieder: Merck-O30-O33_Einwendungen_2009-01-11.pdf

 


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